US-Instruktionshaftung: Mit Qualität Risiken senken
"Instruktionsfehler sind nach unseren Erfahrungen für in den USA tätige deutsche Unternehmen die wichtigste Fehlergruppe." Zitat: Haftpflichtverband der Deutschen Industrie, HDI-Berater 02-2005
Der US-Markt ist durch hohe Produkthaftungsrisiken geprägt, die sich aus den Besonderheiten des Rechtssystems, der Struktur des Arbeitsmarktes und den Sicherheitserwartungen von Anwender:innen ergeben. Ein passendes Maßnahmenbündel senkt die Haftungsrisiken signifikant. Die „hinweisende Sicherheit“ mit Informationen, Anleitungen und Hinweisen spielt dabei eine besonders große Rolle.
Unsicherheiten
Die Unsicherheit von Unternehmen im US-Markt ist groß, weil die Risiken schwer einschätzbar sind. Diese Risiken sind neben den Konstruktions- und Produktionsrisiken insbesondere die sogenannten Instruktionsrisiken; das sind Risiken, die sich aus fehlerhaften Informationen ergeben. Dabei gilt eine Information bereits als fehlerhaft, wenn sie von zu erwartenden Anwender:innen nicht verstanden wird.
Die ökonomische Vernunft verlangt geringe Komplexität: marktspezifische Vorgehensweisen auf ein Mindestmaß reduzieren und die Standards und Prozesse derart zu gestalten, dass die Anforderungen des US-Markts effizient abgedeckt werden können. Insbesondere sollten Anleitungen für den US-Markt nicht komplett neu erfunden werden; eine "Parallelwelt" von Informationen ist nicht nur kostspielig, sondern erzeugt auch zusätzliche Haftungsrisiken durch inkonsistente Informationen in den Märkten.
Risiken senken
Um die Instruktionsrisiken zu senken, muss die Qualität aller Informationen hinreichend hohe Anforderungen erfüllen. Nur so kann die Verständlichkeit und damit die Wirksamkeit der Informationen und Anleitungen sichergestellt werden. Der US-Markt wird zum Katalysator für eine hohe Informationsqualität.
Die erforderlichen Maßnahmen beziehen sich sowohl auf die Gestaltung der Informationen als auch auf die zugrundeliegenden, internen Informationsprozesse. Die Aufgaben, um die Informationsqualität zu heben, sind dieselben wie für alle Projekte des Informationsmanagements: systematische Analyse und Optimierung der Informationen, Standardisierung und Prozessoptimierung.
Damit kommen die bewährten Methoden wie die Analysemethode Problemtypologie, die Standardisierungsmethode Funktionsdesign®, Modularisierungstechniken und Schulungen zum Einsatz. Die Schwerpunkte müssen jedoch abhängig vom Produkt für den US-Markt speziell gesetzt werden.
Was Sie speziell über die Maßnahmen im US-Markt wissen sollten, haben wir darüber hinaus in unserer Maßnahmenliste zusammengestellt.
Autor
Roland Schmeling
Dipl.-Physiker
Gesellschafter-Geschäftsführer
Tel.: +49 6221 58 50 47-2
r.schmeling@schmeling-consultants.de
2007 gründete er gemeinsam mit Prof. Robert Schäflein-Armbruster die Schmeling + Consultants GmbH mit Sitz in Heidelberg, deren Geschäftsführer er seither ist.
Seit 1999 berät er Unternehmen in Fragen der Technischen Kommunikation, unter anderem in den Bereichen Maschinen- und Anlagenbau, Medizintechnik, Automotive, Elektroindustrie, Bauprodukte und Software. Seine Schwerpunkte sind Standardisierung, Product Compliance, digitale Transformation und Strategie in der Technischen Redaktion.
Seit 2010 arbeitet er ehrenamtlich im Fachverband tekom e.V. im Beirat für Recht und Normen und in der internationalen Normung im IEC TC3 an der Entwicklung der Normenreihe ISO IEC 82079. Er ist Autor und Mitautor zahlreicher Publikationen und ein gefragter Vortragender. Als Leiter von Ausbildungslehrgängen an der Technischen Akademie Esslingen, bei der TÜV Rheinland Akademie und beim VDI engagiert er sich als Trainer.
Seine wissenschaftlichen Wurzeln aus der komplexen Technik der Molekularphysik einerseits und der Sprachphilosophie, Logik und Wissenschaftstheorie andererseits bringt er in die Methoden ein. Die Technische Redaktion erlernte er bei der TANNER AG als Technischer Redakteur und redaktioneller Projektleiter. 2005 bis 2007 arbeitete er in leitender Funktion und als Auditor und Fachzertifizierer beim TÜV SÜD. Von 2004 bis 2021 war er Lehrbeauftragter für Qualitätssicherung in der Technischen Dokumentation an der Hochschule Furtwangen im Rahmen der Ausbildung von Diplom-Wirtschaftsingenieur:innen.
